Was, wann, wo

Die grüne Bundestagsfraktion hat für den 23.05.2011 zur langen Verbrauchernacht: “Verbrauchermacht im Netz” geladen. Die Veranstaltung begann am Montag Abend um 19 Uhr im Grünen Salon der Volksbühne Berlin mit einem Grußwort der verbraucherpolitischen Sprecherin Nicole Maisch und klang ab ca. 22.15 Uhr gemütlich aus.

Wer nicht vor Ort sein konnte, hatte die Möglichkeit die Veranstaltung im Livestream auf www.gruene-bundestag.de zu verfolgen.

Wir freuen uns auch weiterhin über Eure Kritik und Anregungen und sind bemüht, umgehend darauf zu antworten. »mehr

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11. April 2011 (09:10) von Redaktion

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So war die “Verbrauchermacht im Netz”

Alle Macht den Nutzerinnen und Nutzern – unter diesem Motto stand der Abend des 23.5.2011, an dem die grüne Bundestagsfraktion zur langen Verbrauchernacht „Verbrauchermacht im Netz“ eingeladen hatte. Auf Einladung der verbraucherpolitischen Sprecherin Nicole Maisch und des netzpolitischen Sprechers Konstantin v. Notz diskutierten 150 Gäste online wie offline über die neue Macht der Verbraucher, ökologisches und soziales Einkaufen, die Möglichkeiten des Netzes zur politischen Mobilisierung, die Risiken von Monopolen im Netz und besseren Datenschutz in sozialen Netzwerken.

Auf der Bühne des Grünen Salons der Berliner Volksbühne begrüßte Moderator Christian Stahl dazu Gerd Billen vom Bundesverband der Verbraucherzentralen, Helmut Hagemann von ecoshopper.de, Christoph Bautz von Campact, Jan Kottmann von Google und Luc Delany von Facebook zum Dialog.

“Im Netz hast Du die Macht”

Verbrauchermacht im Netz ist  für uns Grüne ein absolutes Muss. Sie stellt die Grundlage für Bürgerrechte in der Digitalen Gesellschaft dar. Als User entscheiden wir mit jedem Klick, wie ein lebenswertes Netz aussehen soll. Proteste, Portale und Pilotprojekte sind aber kein Ersatz für starke Verbraucherrechte. Auch im Netz muss die Informationsqualität geprüft und Marktmissbrauch verhindert werden. Hersteller sollen das Netz mehr als bisher nutzen, um Transparenz über ihre Produkte und Dienstleistungen zu schaffen.

Verbrauchermacht braucht klare Standards für Verbraucherinformation

Renate Künast: "Im Netz hast Du die Macht"

Renate Künast: "Im Netz hast Du die Macht"

Die Fraktionsvorsitzende Renate Künast forderte eingangs klare Standards ein, an denen sich Verbraucherinnen und Verbraucher im Internet orientieren können. Auch im Netz ist Unterstützung durch kritische Fachleute nötig, deren Wissen die User durch anbieterunabhängige Verbraucherinformationen unterstützt. „Ich richte mich nach Siegeln und Zeichen, mit denen man schnell informiert wird“, so Künast – nicht ohne darauf hinzuweisen, dass damit keine Gängelung der Nutzerinnen und Nutzer beabsichtigt ist. Im Gegenteil, ihnen kommt die Freiheit und Gestaltungsmacht zu, im Netz selber nach ihren eigenen Werten zu entscheiden. Dem Staat obliegt dabei die Aufgabe zu, Gesetze und Strukturen zu schaffen, die den Rahmen für ein faires Miteinander setzen.

Gerd Billen, Vorstand der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv), stimmte Renate Künast zu und forderte, dass die Informationsansprüche der Bürgerinnen und Bürger gesetzlich abgesichert werden. Die Verbraucherzentrale hat in den eigenen Untersuchungen von Bewertungsportalen feststellen müssen, dass viele Anbieter Daten unredlich aggregieren und eher Quelle von Fehlinformationen sind. Der vzbv versucht mit dem eigenen Portal „Wahrheit und Klarheit“ für den Lebensmittelbereich ein positives Gegenmodell zu entwickeln.

Keine Verbrauchermacht ohne Selbstbestimmungsrecht für Daten

Einig waren sich Künast und Billen auch beim Datenschutz. Ob es ein Selbstbestimmungsrecht über die eigenen Daten gibt oder nicht, stellt ein entscheidendes Kriterium der Verbraucherfreundlichkeit dar. Billen forderte die Grünen auf, die immer noch auf sich warten lassende Stiftung Datenschutz voranzutreiben.

Durch Konsum das Netz verändern? Ja, aber bitte fair, nachhaltig und transparent

Nicole Maisch: "Nachhaltiger Konsum und das Netz gehen Hand in Hand."

Nicole Maisch: "Nachhaltiger Konsum und das Netz gehen Hand in Hand."

Nicole Maisch und Helmut Hagemann diskutierten anschließend über die Möglichkeiten, durch bewusste Wahl auch im Internet ökologisch und sozial zu handeln. „Nachhaltiger Konsum und das Netz gehen Hand in Hand“, so Maisch. Es sei nicht unmöglich, fair und nachhaltig zu produzieren. Mit dem Internet haben die Verbraucherinnen und Verbraucher das optimale Medium an der Hand, um Druck zur Veränderung von Märkten auszuüben. Helmut Hagemann, der selbst das Portal ecoshopper.de betreibt, bezweifelte angesichts der Tendenz zum Greenwashing von Produkten, ob es den schnellen Weg zur klaren Orientierung beim Netzkonsum schon gäbe. Er bekräftigte aber, dass online viele Hilfen existieren, auch wenn gerade die großen Anbieter noch keinen allgemein akzeptierten Standards für Ethik und Nachhaltigkeit folgen. Nicole Maisch appellierte abschließend an Anbieter wie Konsumierende: „Wir müssen Möglichkeiten zur Verhaltensänderung netzgestützt nutzen.“

Partizipation, Protest und das große Dafür im Internet

Wie sich politische Mobilisierung, Bürgerrechte und Datenschutz im Internet vereinen lassen, fragten im Anschluss Christoph Bautz von campact und Robert Heinrich, Leiter der Öffentlichkeitsarbeit von Bündnis 90/Die Grünen. Bautz verwies darauf, wie wichtig die Verbindung von Onlinemobilisierung und Offlineprotest sei. Heinrich knüpfte daran an und stellte fest, dass Internet-Kampagnen die Hemmschwelle zur Beteiligung deutlich gesenkt haben. Es handele sich dabei um einen „Riesen-Fortschritt“, wenn auch nicht ohne qualitative Abstufungen. 500.000 Emails an Angela Merkel bewirken weniger als eine Menschenkette zwischen den AKWs Brunsbüttel und Krümmel mit 120.000 Teilnehmenden. Protest für etwas im Netz, so räumte Heinrich auf Nachfrage des Moderators ein, lässt sich deutlich schwieriger organisieren. Er verpufft zudem – wie man am Beispiel der Pro Guttenberg-Gruppe auf Facebook sehen konnte – wenn es keine Rückbindung an den Protest auf der Straße gibt. Allerdings gilt auch: Protest gegen etwas beinhaltet immer, dass man für eine andere Lösung von Problemen eintritt.

Die Beteiligung der Netzbürger hat aber auch Grenzen. Bautz bekannte sich dazu  in einem kleinen Team die relevanten Themen auszwählen, gerade auch um schnell zu bleiben. Robert Heinrich unterstrich, dass das Netz der perfekte Kanal sei, um Bürgerinnen und Bürgern auf allen Ebenen zuzuhören. Echte Partizipation über das Netz ist möglich, bei den Grünen aber eng mit der Mitgliedschaft verbunden.

Jenseits der Monopole? Vielfalt und Transparenz im Web

Jan Kottmann von Google und Malte Spitz, Mitglied des Bundesvorstands von Bündnis 90/Die Grünen, debattierten danach angeregt über Monopole im Netz. Spitz erzählte, wie er im Vorfeld versucht hatte, einen Tag ohne Google auszukommen. Dies sei „verdammt schwierig“. Jan Kottmann bekannte sich auf die Frage nach der Transparenz Googles zur Devise, Vertrauen zu halten und zu beweisen. Die Firma nehme den Datenschutz sehr ernst, biete viele Privacy-Produkte an und sei mitnichten der Rattenfänger aus Mountainville. Malte Spitz merkte dazu aus grüner Sicht an, dass Datenschutz nicht heißt, dass man keine Daten mehr preisgibt. Vielmehr ginge es um Selbstbestimmung über die eigenen Daten.

Kottmann erläuterte auf Nachfrage das Verhältnis der einzelnen Google-Anwendungen zueinander. Eine Verknüpfung der Daten aus verschiedenen Anwendungen, z.B. von Google Analytics – einem Tool zur Auswertung von Websiteverkehr – und der Suchfunktion von Google fände nicht statt. Stattdessen wären die Daten voneinander in einzelnen Datensilos getrennt, ein YouTube-Account bliebe im YouTube-Datensilo. Eine Verknüpfung sei nur für eingeloggte Anwender im „Google Dashboard“ möglich.

Malte Spitz bemängelte, das Google weiterhin ein Transparenzproblem hat, schon durch die Unüberschaubarkeit der Standorte einzelner Server. Er forderte das Unternehmen auf, seine Produkte stärker zu öffnen. Würde die Netzneutralität aufgehoben, würde ein Monopol negative Auswirkungen auf die Meinungsfreiheit haben. Kottmann bekannte sich daraufhin zu einem offenen, innovativen Internet.

Schöner Netzwerken mit gutem Datenschutz

Konstantin v. Notz: "Datenschutz ist kein Hemmschuh, sondern die Voraussetzung der Freiheit, der Bürgerrechte und auch des Verbrauchervertrauens im Netz."

Konstantin v. Notz: "Datenschutz ist kein Hemmschuh, sondern die Voraussetzung der Freiheit, der Bürgerrechte und auch des Verbrauchervertrauens im Netz."

Abschließend diskutierten Luc Delany, Policy Director bei Facebook, der Berliner Datenschutzbeauftragte Alexander Dix und Konstantin von Notz über Daten- und Verbraucherschutz in Sozialen Netzwerken. Facebook Europa hat seinen Sitz in Irland, was Luc Delany mit einem Bekenntnis des Unternehmens zum europäischen Datenschutzrecht verband. Man wolle die Plattform entlang der bestehenden sozialen Normen formen. Alexander Dix und Konstantin von Notz begrüßten beide ausdrücklich, dass Facebook ein stärkeres Bewusstsein für mehr Privatsphäre als Nutzerrecht entwickeln will. Von Notz erinnerte daran, dass die interfraktionelle Facebook Privacy NOW-Gruppe innerhalb der Plattform 75.000 Unterstützerinnen und Unterstützer gefunden hat. Den Austritt der Verbraucherschutzministerin Aigner bezeichnete er demgegenüber als kontraproduktiv.

Alexander Dix wies darauf hin, dass nach den bestehenden deutschen Gesetzen die anonyme und pseudonyme Nutzung von Internetdiensten ein Recht der Nutzerinnen und Nutzer darstellt. Demgegenüber verteidigte Delany die Klarnamen-Politik Facebooks: Es gäbe Orte im Internet für pseudonyme Nutzung, aber Facebook sei nicht dieser Ort. Facebook sei die sicherste Umgebung, um Informationen mit Freunden im Internet zu teilen. Angesichts der bekannt gewordenen Datenschutzmängel des Friendfinders – einer Anwendung, mit der man sein Mailkonto nach möglichen Facebook-Freunden durchsuchen kann – zeigte sich Alexander Dix davon nicht überzeugt. Konstantin von Notz hakte nach und fragte, wie der immer weiter verbreitende Like-Button das Surfverhalten der User durch Facebook überwacht. Delany verwies generell auf die Einstellungsmöglichkeiten durch das sogenannte „Application Dashboard“. Diese beträfen auch die Anwendungen von Drittanbietern, nach deren Umgang mit personenbezogenen Daten das Publikum kritisch fragte.

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31. Mai 2011 (14:27) von Redaktion

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Vielen Dank an alle Beteiligten!

Die Veranstaltung ist vorüber, aber die tagtägliche Verbrauchermacht im Netz fängt gerade erst an… Mittlerweile ist das Blog nach dem Netzausfall vom 23.5. wieder online. Wir sammeln gerade alle Fotos/Videos und schreiben am Bericht.

Unterdesen lassen sich unsere Notizen und Eure Tweets natürlich online nachlesen:

Live-Etherpad: http://openetherpad.org/verbrauchermacht,
Alle Tweets unter #vn11. Und die Übersicht per Twitterwall gibt es hier.

Einen herzlichen Dank an alle Beteiligten für den gelungenen Abend im Grünen Salon!

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25. Mai 2011 (15:30) von Redaktion

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Verbraucherportal „Klarheit & Wahrheit“

Hotels, Ärzte und Pflegeheime – im Netz werden viele Angebote bewertet. Nun kommen Lebensmittelverpackungen dazu. Sachgerechte und verständliche Aussagen auf der Lebensmittelverpackung sollten eine Selbstverständlichkeit sein. Dennoch führen uns Bilder von glücklichen Kühen auf der Weide in die Irre, wenn die Tiere tatsächlich nur im dunklen Stall stehen. Und Grünfärberei kommt immer mehr in Mode. Die Verbraucherverbände starten nun ein öffentlich gefördertes Portal zur Kennzeichnung und Aufmachung von Lebensmitteln (www.lebensmittelklarheit.de).

Nutzerinnen und Nutzer können sich zu Vorschriften zur Lebensmittelkennzeichnung informieren, aber auch Mogeleien und Tricks melden. Schwarzwälder Schinken auch aus Dänemark? Leberwurst ohne Leber, Pizza ohne Käse? Wo wird legal geschönt, wo findet sich rechtswidriger Etikettenschwindel? Das Portal soll Licht in den Graubereich bringen. Die heftige Kritik der Lebensmittelwirtschaft hatte bereits Erfolg: eine Redaktion schließt Schmähkritiken und falsche Beschuldigungen aus und holt Stellungnahmen ein. Unternehmen können ihre Sichtweise an vergleichbarer Stelle und in vergleichbarer Aufmachung kostenlos artikulieren. Ist das der neue Standard für Verbraucherportale?

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20. Mai 2011 (11:52) von Redaktion

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Christoph Bautz

Christoph Bautz… Jahrgang 1972, ist Diplom-Biologe und Politikwissenschaftler. Nach Ende seines Studiums baute er die Geschäftsstelle von Attac-Deutschland mit auf und koordinierte die Öffentlichkeitsarbeit. Zusammen mit Felix Kolb gab er den Anstoß zur Gründung der Bewegungsstiftung, die sich die Förderung von Kampagnen und Projekten sozialer Bewegungen zum Ziel gesetzt hat. Gemeinsam mit Günter Metzges initiierte er die Gründung von Campact und arbeitet seit 2004 als Campact-Geschäftsführer.

Verbrauchermacht im Netz birgt für Christoph Bautz …

… immer wieder Chancen: Durch Boykott-Aktionen lässt sich Druck auf Konzerne erzeugen, damit sie ihre Unternehmenspolitik ökologischer, fairer und sozialer gestalten. Und durch bewusste Kaufentscheidungen für nachhaltig und fair erzeugte Produkte lassen sich Alternativen etablieren und fördern. Doch Verbrauchermacht ist nur der zweitbeste Hebel. Erste Wahl ist Bürgerprotest, der Druck auf die Politik macht, damit sie Unternehmen strenge gesetzgeberische Grenzen setzt.

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20. Mai 2011 (09:28) von Redaktion

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Robert Heinrich

… ist seit 2007 Leiter der Öffentlichkeitsarbeit von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und im Bundestagswahlkampf 2009 unter anderem für den grünen Onlinewahlkampf verantwortlich. Von 2003 bis 2007 leitete der studierte Politikwissenschaftler das Büro der politischen Geschäftsführerin und Wahlkampfleiterin Steffi Lemke. Vorher arbeitete in mehreren grünen Wahlkämpfen und arbeitete als freier Journalist bei Tageszeitungen und Radio.

Verbrauchermacht im Netz ist für Robert Heinrich …

… eine der großen Freiheitsfragen im 21. Jahrhundert – und noch lange nicht erreicht! den Datenkraken im Netz die Stirn zu bieten brauchen wir Bewusstseinsbildung, international vernetzte Kampagnenfähigkeit und vor allem eine weitaus bessere Kooperation von Staaten und Institutionen.

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20. Mai 2011 (09:20) von Redaktion

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Gerd Billen

… Jahrgang 1955, in Speicher in der Eifel geboren, studierte von 1973 bis 1979 Sozial- und Ernährungswissenschaften sowie Haushaltswissenschaften an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn. Beruflich war er zunächst freier Journalist und Pressesprecher im Bundesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz (BBU). 1985 gehörte er zu den Gründern der Verbraucher Initiative e.V. und war deren Bundesvorsitzender. Gerd Billen machte sich unter anderem als Anwalt tausender Holzschutzmittelgeschädigter einen Namen. Weitere wichtige Themen waren die Förderung des fairen Handels und gesunde Lebensmittel. Er war erster Bundesvorsitzender des Neuland-Programms für Fleisch aus artgerechter Haltung. Billen hat zahlreiche Bücher und Artikel zu ökologischen und Umweltthemen geschrieben.

Gerd Billen, Foto Butzmann

Foto: Butzmann

Von 1993 bis 2005 war Gerd Billen Bundesgeschäftsführer des Naturschutzbundes Deutschland NABU e.V. Lange Jahre war er Mitglied und Vorsitzender der Jury Umweltzeichen. Vom NABU wechselte er 2005 in die Otto Group als Leiter des Bereiches Umwelt- und Gesellschaftspolitik und baute maßgeblich das Projekt “Cotton made in Africa” auf.

Gerd Billen ist unter anderem Mitglied im Council von Consumers International (CI), der Deutschen UNESCO Kommission (DUK) und im Beirat der Deutschen Energieagentur (dena). Er arbeitet im Nationalkomittee der UN-Dekade “Bildung für nachhaltige Entwicklung 2005-2014″ mit und beteiligt sich an der Initiative “Wirtschaftsfaktor Alter” – eine Kooperation des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend gemeinsam mit dem Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie.

Verbrauchermacht im Netz ist für Gerd Billen…

… erst dann gegeben, wenn Verbraucher selbstbestimmt handeln, mit ihren Beiträgen auf Probleme hinweisen und dadurch verbrauchernahe Lösungen mit entwickeln können.

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19. Mai 2011 (16:25) von Redaktion

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Renate Künast

… wurde am 15. Dezember 1955 in Recklinghausen/NRW geboren. Sie studierte Sozialarbeit an der Fachhochschule in Düsseldorf. Von 1977 bis 1979 arbeitete sie als Sozialarbeiterin in der Justizvollzugsanstalt Berlin-Tegel. Später studierte sie Jura und schloss das Studium 1985 mit dem zweiten Staatsexamen ab. Sie ist Rechtsanwältin.

Renate KünastDer Westberliner Alternativen Liste trat sie 1979 bei und hat seitdem in verschiedenen Funktionen für die Partei gearbeitet. Während der rot/grünen Koalition in Berlin in den Jahren 1989/90 war sie Fraktionsvorsitzende. Nach dem Ende des rot/grünen Senats arbeitete sie weiter als Abgeordnete in der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen, bis 1993 und 1998 bis 2000 als deren Vorsitzende, dazwischen als rechtspolitische Sprecherin. Renate Künast war von Juni 2000 bis März 2001 Bundesvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen. Von Januar 2001 bis zum 4. Oktober 2005 war sie Bundesministerin für Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft. Seit dem 18. Oktober 2005 ist sie Fraktionsvorsitzende der Bundestagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen.

Verbrauchermacht im Netz ist für Renate Künast…

… ein absolutes Muss. Wir alle entscheiden als User mit jedem Klick, wie ein lebenswertes Netz aussehen soll. Proteste, Portale und Pilotprojekte sind aber kein Ersatz für neue starke Verbraucherrechte. Auch im Internet müssen wir die Frage stellen, wie Informationsqualität geprüft und Marktmissbrauch verhindert wird.

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19. Mai 2011 (16:07) von Redaktion

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Smileys für die Macht der Verbraucher

Verbraucherinnen und Verbraucher haben das Recht zu erkennen, wie es um die hygienischen Bedingungen bestellt ist, wenn sie in ein Restaurant gehen. Gammelfleisch oder dreckige Küchen sind keine Betriebsgeheimnisse.

Auf Bundesebene setzen sich Bündnis 90/Die Grünen schon seit langem für das Smiley-System ein, das eine klare und verständliche Kennzeichnung von Restaurants gewährleistet. Hygienisch einwandfreie Betreibe erhalten ein lächelndes Smiley, „Gammelbuden“ werden mit nach unten gezogenen Mundwinkeln gekennzeichnet. Wenn Restaurants gegen Bestimmungen der Lebenshygiene verstoßen, muss das auch transparent gemacht werden.

Erfolgreicher Vorreiter ist hier Dänemark, das bereits seit 2001 durch die Einführung des Smiley-Systems für mehr Schutz der Verbraucherinnen und Verbraucher durch Transparenz bei der Lebensmittelüberwachung – vom Schlachthof bis zum Supermarkt und der Imbissstube – gesorgt hat. Seither müssen die Kontrollergebnisse über ein mehr oder weniger “lächelndes” Gesicht direkt an den Verkaufsstellen ausgehängt werden. Der Erfolg: Seit der Smiley-Einführung sank die Quote der Beanstandungen um 16 Prozent. In Deutschland hat das Smiley-Modell in Berlin-Pankow vorgemacht, wie man endlich Verbraucherinnen und Verbrauchern die Möglichkeit gibt, die schwarzen Schafe unter den Betrieben zu erkennen.

Auch der Bundesverband der Deutschen Lebensmittelkontrolleure spricht sich für die Umsetzung und die Machbarkeit des Smiley-Systems aus. Das Kennzeichnungssystem effektiviert die Verwaltungsstruktur der Lebensmittelüberwachung. Ein solches System kann bereits jetzt, auch unter dem Aspekt der Kostenneutralität, besser und billiger als alle nachträglichen Kontrollen die Lebensmittelsicherheit und den ungetrübten Genuss in Restaurants, Imbissstuben, aber auch in Handel und Handwerk unterstützen. Das Land Berlin geht mutig voran und wird ab Juni 2011 eine Smiley-Kennzeichnung einführen. Das ist ein echtes Leuchtturmprojekt, an dem sich Ministerin Aigner und die anderen Länder ein Beispiel nehmen sollten.

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19. Mai 2011 (13:48) von Redaktion

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Halb Deutschland ist in sozialen Netzwerken aktiv

Nach einer Forsa Umfrage die im April 2011 veröffentlicht wurde, sind bereits rund 40 Millionen Bundesbürger Mitglied in sozialen Netzwerken. Dies entspricht drei Vierteln aller deutschen Internetnutzer. Innerhalb eines Jahres sind 10 Millionen neue NutzerInnen hinzugekommen und soziale Netzwerke gehören somit heute zum sogenannten „Internet-Standard“.

Bei den unter 30-Jährigen InternetnutzerInnen sind sogar 96 Prozent Mitglied einer „Social Community“, wobei der Trend dabei zu einem Zweit- und Drittnetzwerk geht. Frauen liegen bei der „Community-Nutzung“ mit 80 zu 74 Prozent deutlich vor Männern.

JedeR dritte NutzerIn fand über „Social Communities“ neue Freunde. Sechs Prozent lernten so ihren Lebenspartner kennen, fünf Prozent machten erotische Bekanntschaften. Für das Berufsleben steigt ebenfalls die Bedeutung der sozialen Netzwerke. Sieben Prozent der NutzerInnen konnten mithilfe der sozialen Netzwerke berufliche Kontakte knüpfen.

Die meisten NutzerInnen machen gute Erfahrungen. Nur jedeR Dritte hat Negatives zu berichten. Am störendsten werden unangenehme und anzügliche Kontakanfragen empfunden. Beim Thema Datenschutz scheiden sich in den „Communities“ die Geister: Die eine Hälfte der NutzerInnen macht die eingestellten Daten für alle zugänglich, die andere Hälfte schränkt den Zugriff bewusst ein.

Soziale Netzwerke sind aus dem (Internet-) Alltag heute nicht mehr wegzudenken. JedeR NutzerIn sollte jedoch möglichst verantwortungsvoll mit seinen Daten umgehen und sich überlegen, welche Daten er wo mit welchen Sicherheitsbestimmungen einstellt. Eine genaue Betrachtung der jeweiligen Datenschutzbestimmungen sollte für jede NutzerIn eine Selbstverständlichkeit sein. Hier sind die Anbieter in der Pflicht: Sie müssen die oftmals kaum lesbaren AGBs vereinfachen.

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18. Mai 2011 (11:46) von Redaktion

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Dr. Helmut Hagemann

… ist promovierter Sozialwissenschaftler. Seit 2007 ist er Vorstandsmitglied bei EcoShopper und seit 2004 Geschäftsführer bei Fo.KUS Konsum, Umwelt & Soziales e.V. Seine Themenschwerpunkte sind Markttransparenz, Klima- und Verbraucherschutz, sowie die Förderung der ökologischen und ethischen Märkte und des nachhaltigen Konsumverhaltens.

Helmut HagemannVerbrauchermacht im Netz ist für Helmut Hagemann…

… ein Feld, das Zivilgesellschaft und Politik gemeinsam bestellen müssen. Das Netz hat neue Chancen geschaffen: nie zuvor dagewesene Markttransparenz, neue Artikulationsmöglichkeiten im Web2.0, spektakuläre Sanktionsmöglichkeiten. Wenn auch zivilgesellschaftliche Akteure zunehmend lernen, diese Potenziale zu nutzen, so bringt das alleine dennoch keinen nachhaltigen Konsum hervor.

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17. Mai 2011 (14:01) von Redaktion

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