>> RednerInnen und Fragestellung
>> Thesen des Internationales Mieterbundes zum Download
>> Vortrag Jörg Marks, Ullrich Brickmann, Siemens AG: Smart Grids
>> Vortrag Andreas Otto: Wohnungsmarkt in Berlin
Daniela Wagner, wohnungspolitische Sprecherin der Bundestagsfraktion, argumentierte, dass die Notwendigkeit der umfassenden energetischen Gebäudesanierung des Gebäudebestandes umfangreiche finanzielle Investitionen notwendig macht. Diese dürfen nicht einseitig verteilt werden. Staat, Vermieter und Mieter müssen gemeinsam anpacken. Die mit der Bestandsmodernisierung einhergehende Aufwertung sei wünschenswert, allerdings darf sie nicht zur ungerechten sozialen Entmischung in den Städten führen. Barbara Steenbergen vom Internationalen Mieterbund stellte das niederländische Modell vor. Basierend auf einem Staatsvertrag zwischen Wohnungswirtschaft, Staat und Mieterverband konnte hier für etwa ein Drittel des Wohnungsbestandes warmmietenneutrale Sanierung vereinbart werden, mit einer verlässlichen staatlichen Förderkulisse bis 2020. Das Wegbrechen der deutschen Förderung in diesem Bereich sei hoch problematisch, so Steenbergen, auch mit Verweis auf zusätzliche europäische Fördermöglichkeiten, die derzeit durch die deutsche Bundesregierung nicht genutzt werden. Jörg Marks von der Siemens Building Technologies Division zeigte, wie mit Modernisierung der Gebäudetechnik nach Stand der Technik Energie in Städten und Quartieren eingespart werden kann. Energieeinsparpotentiale von „Smart-Meter-Produkten“ seien auch für die Mieter interessant, da hiermit der konkrete Verbrauch berechnet wird. Andreas Otto MdA, baupolitischer Sprecher im Abgeordnetenhaus, zeigte die aktuelle Lage des Wohnungsmarktes in Berlin auf. Da hier die Wohneigentumsquote mit 14 Prozent vergleichsweise gering ist, kann von einer Mieterstadt gesprochen werden. Die Mietbelastungsquote liege heute bei 23,6 Prozent. Deshalb müsse bei der Debatte über die energetische Modernisierung des Gebäudebestandes auch die finanzielle Leistungsfähigkeit der Mieter mitgedacht werden. Bündnis 90/Die Grünen hat sich dem angenommen und gemeinsam mit der Bundestagsfraktion ein umfangreiches Konzept erarbeitet. Gernot Lindemann, Eigentümermoderator für die Stadt Halle (Saale) und Architekt, machte auf die speziellen Probleme schrumpfender Städte aufmerksam. Charakteristisch ist in solchen Regionen ein hoher Wohnungsleerstand, in dem selbst Instandhaltungsinvestitionen zum Teil vollkommen reduziert werden. Eigentümer würden an Investitionen in die energetische Modernisierung kaum denken. Moderierte Verfahren, wie sie aus den Programmen der Städtebauförderung bekannt sind, wie die aufsuchende Eigentümermoderation in Halle, seien nötig und zielführend, um dennoch Investitionsbereitschaft zu wecken.
Die anschließende Debatte machte deutlich, dass zur Aktivierung der Hauseigentümer und der Wohnungswirtschaft sowie zum Schutz der Mieterinnen und Mieter eine verlässliche Förderkulisse unerlässlich ist. Außerdem müssen Informations- und Vermittlungsangebote für Mieter und Eigentümer bereit gestellt werden.

