22. März 2011 (13:05) von Julia

Panel 3 „Mobilität in der Stadt“

>> RednerInnen und Fragestellung

>> Vortrag von Andreas Feldtkeller zum Download

>> Vortrag von Dr. Weert Canzler zum Download

>> Vortrag Michael Cramer MdEP zum Download

Die Podiumsdiskussion zur „Mobilität in der Stadt“ näherte sich aus der Perspektive der Stadtplanung, der sozialwissenschaftlichen Mobilitätsforschung sowie der Europapolitik den Möglichkeiten der Gestaltung nachhaltiger Mobilität in städtischen Ballungsgebieten.

Andreas Feldtkeller, Architekt und Stadtplaner aus Tübingen, betonte, dass die funktionszergliederte Stadt eine verkehrstreibende, desintegrierende Fehlentwicklung ist. Sie zwingt zur Automobilität und wird dem gesellschaftlichen Wandel nicht mehr gerecht. Das aus den 1950er Jahren stammende Leitbild der autogerechten Stadtgestaltung (Charta von Athen) hat ausgedient und muss durch das Leitbild einer kompakten fuß- und fahrradfreundlichen Stadt mit kleinteiliger Nutzungsmischung und kurzen Wegen ersetzt werden.

Nachhaltige urbane Mobilität ist multimodal und nicht autofixiert erläuterte Dr. Weert Canzler vom WZB. Sie nutzt alle Innovationen bei den Fahrzeugen und Antriebstechnologien sowie neue Informationstechnologien und benutzerfreundliche Nutzungsformen. Zusätzliche Bausteine für den Umweltverbund gewähren der Stadt als politischer Akteur neue Handlungsspielräume: Smartphone-basierte Angebote, Mobilcard und städtische Leihsysteme zur Kurzzeitmiete von Fahrrädern und Elektroautos erleichtern den Umstieg auf den Umweltverbund.

Der grüne Europaparlamentarier Michael Cramer MdEP wies darauf hin, dass das Auto nicht weiter privilegiert werden darf, sondern öko-faire rechtliche und steuerliche Rahmenbedingungen für alle Verkehrsträger nötig sind. Er plädiert für die bessere Förderung neuer Technologien und Nutzungsformen (Car-Sharing, Fahrrad, E-Mobilität).  Cramer findet, es ist an der Zeit, das die deutsche und die europäische Politik aus den Fängen der Straßen- und Autolobby befreit werden. Am Beispiel Berlins verdeutlichte er, wie nach der Wiedervereinigung die Chance verschenkt wurde, die Stadt zum Vorbild für eine nachhaltige Stadtentwicklung zu machen und man nun mit den Fehlentwicklungen der autogerechten Stadt zu kämpfen hat.

Fazit: Nachhaltige urbane Mobilität braucht ein Gesamtkonzept mit einer zeitlich gegliederten Strategie und konkreten Zielen und Maßnahmen: zur Stadt der kurzen Wege, neuen Technologien und Nutzungsformen für den Umweltverbund.

 
 

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