>> RednerInnen und Fragestellung
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Die Green Economy ist ein Wachstumsmarkt, befand auch das Panel. Viele Potenziale seien aber noch ungenutzt. Dies gilt zum Beispiel für das Thema „urban mining“, worunter die Nutzung von bereits verbauten Rohstoffen oder fertigen Produkten als Ressourcen zu verstehen ist. Metropolräume bieten auch das Potenzial zum Ausbau der Stadt-Umland-Beziehungen. Metropolen erfüllen wichtige Funktionen für den umliegenden ländlichen Raum. Sie sind Arbeitsplatz oder kulturelles Zentrum aber auch Ort der Inwertsetzung beispielweise von Agrarprodukten.
Bezüglich der Clusterpolitik mahnte Dr. Scherer an nicht irgendwelchen Moden hinterherzulaufen, sondern auf die vorhandenen wirtschaftlichen Potentiale zu setzen. Ein Wirtschaftscluster liegt vor, wenn sich eine kritische Anzahl von Unternehmen in räumlicher Nähe in ihren Aktivitäten entlang von Wertschöpfungsketten ergänzt. Eine wichtige Rolle spielt hierbei auch die Geschichte einer Stadt. Dem Management der Cluster wird wie in Berlin oft zu wenig Bedeutung beigemessen. „Green Economy“ kann ein Cluster sein, vorausgesetzt es wird die Verbindung von Dienstleistungen und Produkten beachtet und die ganze Wertschöpfungskette in den Blick genommen. Neben dem produzierenden Gewerbe müssen auch Forschung und Entwicklung einbezogen werden. Wirtschaft in der Stadt funktioniert, wenn Wohnen und Leben darin ihren Platz haben. Das gilt es beispielsweise bei der Entwicklung des Berliner Flughafens Tegel zum „Greentech Park“ zu beachten.
Kontrovers diskutiert wurde der Beitrag der staatlich geförderten Programme der Green Economy, etwa der CO2-Gebäudesanierung. Herr Schwarz forderte eine bessere Vorbildwirkung der öffentlichen Hand bei der Modernisierung des Gebäudebestandes. Die bloße Orientierung auf den Binnenmarkt führt nach Ansicht von Dr. Scherer in eine Sackgasse. Zukunftsfähig ist die Wirtschaft in der Stadt nur, wenn sie auch exportfähig ist.
Herr Schwarz antwortete auf die Frage, wie zukunftsfähig das Handwerk heutzutage angesichts der Green Economy sei: Im Handwerk wird die ökologische Modernisierung als Chance wahrgenommen. Jedoch nehmen anteilsmäßig erst wenige der 23.000 Mitgliedsunternehmen der Berliner Handwerkskammer an den ökologischen Innovationsprogrammen teil. Darunter seien aber einige Firmen sehr erfolgreich damit und erzielten darüber hinaus Nachahmereffekte, wie beispielsweise die Firma Mercedöl, die alternative Heizanlagen bauen und kürzlich ihre Nutzfahrzeugflotte auf Elektromobilität umstellten.
Die Green Economy ist bisher in Metropolen noch ein vergleichsweise kleiner Sektor, daher sei es auch schwer, venture capital zu erhalten. Bezüglich venture capital ist die Schweiz hier übrigens progressiver. Die Umweltwirtschaft bietet einer Metropole gute Möglichkeiten hier ein besonderes Profil auszubilden.

