19. Dezember 2009 von Arnd Grewer (wiss. Koordinator AK 2)

Die Welt wird sich der Versager von Kopenhagen erinnern

Die mächtigsten Führer aus Politik und Wirtschaft haben in Kopenhagen komplett versagt. Künftige Generationen werden ihre Namen mit einem der größten historischen Versäumnisse der Menschheit verbinden: Barak Obama als den Präsidenten, der hat vielleicht mehr gewollt, sich aber nicht getraut hat, weil er zuhause nicht genügend politische und gesellschaftliche Unterstützung erwartete. Angela Merkel, die diese Unterstützung gehabt hätte, als die Bundeskanzlerin, die stattdessenhat lieber Wirtschaftslobby-Interessen vertreten hat. Wen Jiabao als den Premier, der die größte Zukunftsherausforderung von Milliarden Chinesen nicht erkannt hat. Und Vladimir Putin, der noch von besserem Wetter in Sibirien schwärmt, während Gazprom schon die Infrakstruktur dort mit Millionaufwand künstlich kühlen muss, weil sie im auftauenden Permafrostboden zu versinken droht….

Aber auch die Wirtschaftsmächtigen, die BPs, Exxons, Shells, EONs, RWEs und Vattenfalls dieser Welt, trägt eine Hauptschuld am Versagen von Kopenhagen. Anstatt mutig für eine zukunftsfähige Wirtschaftspolitik von morgen zu lobbyieren und eine fortschrittliche Klimapolitik als Chance für Innovation zu sehen, haben sie aus kurzsichtigen Gründen – Kosten sparen, mit alter Technik weiter Geld verdienen, Angst vor Wettbewerbern – mit ihrem beträchtlichem Einfluss ein Klimaabkommen mit verbindlichen Maßnahmen verhindert. Der Sekt, den sie heute abend auf ihren Erfolg trinken werden, schmeckt bitter. Schon heute für viele Menschen in armen Ländern, aber morgen für die gesamte Menschheit.

Jetzt ist es an den Zivilgesellschaften, so massiv und so dauerhaft Druck auf Politik und Wirtschaft auszuüben, dass in den kommenden Jahren doch noch die Wende hin zu einer zunächst CO2-armen und dann CO2-freien Wirtschaftsweise gelingt.

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2 Kommentare

  1. Lieber Arnd
    auch ich bin über das Ergebnis ziemlich enttäuscht, wenn auch nicht sehr überrascht – letzteres aus den verschiedensten Gründen, von denen ich hier nur einen benennen will, weil´s vielleciht was nützt:
    das sind die Grünen und ihre wachsende Einflusslosigkeit – bei allem Verständnis, immer noch zu glauben irgendwer bei den großen Energievrsorgern würde jetzt Sekt trinken ist furchtbar altes Denken. Lass dir gesagt sein, dem ist nicht so, ich weiss es.
    Die Attitüde mit der Claudia (”Morgen geht die Welt unter”), H. Ott (”es gibt eine Geheim-Verschwörung”) und hier du (”die bösen Energiekonzerne warn´s”) an das Ganze herangehen führen nur zu einem:
    grüner Marginalisierung (was bekanntlich keine Frage von Prozenten ist). Und das ist doch schade.
    Trotzdem: erholsame Festtage. Uwe K.

    Comment von UKausB — 19. Dezember 2009 @ 22:22

  2. Liebe Uwe,

    vielen Dank für Deine engagierten Kommentare! Das Thema ist ein wenig komplex um es in einem Blog erschöpfend zu klären. Außerdem wollte ich dieses Jahr eigentlich gar nicht mehr was zum Klima hören oder sagen…

    Mein Anbebot deshalb, dass wir uns nächstes Jahr mal in Verbindung setzen – Hermann.Ott@bundestag.de.

    Fiedliche Festtage

    Hermann Ott

    Comment von Hermann Ott — 20. Dezember 2009 @ 12:33

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