Monatsarchiv für Dezember 2009

20. Dezember 2009 by Hermann Ott

Dank an alle und friedliche Festtage!

Am Sonntag danach von mir ein großer Dank an alle, die sich am Blog zu Kopenhagen beteiligt haben! Damit meine ich vor allem Michael, Dino und Kai, die auch “24 Stunden wach” waren, aber auch alle BloggerInnen. Es war ein Experiment und wie ich finde ein erfolgreiches.

Inhaltlich hat Arnd die Sache am Ende auf den Punkt gebracht und den Pfad für die nächsten Jahre markiert. Wir werden über unsere politischen Strategien sprechen müssen, auf allen Ebenen. Und wir dürfen vor allem nicht locker lassen. Das schlimmste wäre, jetzt in Untätigkeit zu versinken. Dazu gehört große Motivation, denn die Chance unter zwei Grad zu bleiben wird immer kleiner…

Ich wünsche allen friedliche Festtage, trotz der Tatsache dass wir uns im Augenblick eher auf vier Grad denn auf zwei Grad zubewegen – zum Kämpfen gehört auch die Erholung und die Besinnung darauf warum wir das eigentlich alles machen!

Hermann Ott

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20. Dezember 2009 by Bärbel Höhn

Taten statt Worte

Während CDU Bundesumweltminister Röttgen auf der Klimakonferenz mit Worten für den Klimaschutz kämpft, streicht CDU Ministerpräsident Rüttgers in NRW zur selben Zeit den Klimaschutz aus der Landesplanung, um weiterhin Kohlekraftwerke – nichts anderes als reine Klimakiller – bauen lassen zu können. Das Klima braucht starke Taten statt wirkungsloser Worte.

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19. Dezember 2009 by Arnd Grewer (wiss. Koordinator AK 2)

Die Welt wird sich der Versager von Kopenhagen erinnern

Die mächtigsten Führer aus Politik und Wirtschaft haben in Kopenhagen komplett versagt. Künftige Generationen werden ihre Namen mit einem der größten historischen Versäumnisse der Menschheit verbinden: Barak Obama als den Präsidenten, der hat vielleicht mehr gewollt, sich aber nicht getraut hat, weil er zuhause nicht genügend politische und gesellschaftliche Unterstützung erwartete. Angela Merkel, die diese Unterstützung gehabt hätte, als die Bundeskanzlerin, die stattdessenhat lieber Wirtschaftslobby-Interessen vertreten hat. Wen Jiabao als den Premier, der die größte Zukunftsherausforderung von Milliarden Chinesen nicht erkannt hat. Und Vladimir Putin, der noch von besserem Wetter in Sibirien schwärmt, während Gazprom schon die Infrakstruktur dort mit Millionaufwand künstlich kühlen muss, weil sie im auftauenden Permafrostboden zu versinken droht….

Aber auch die Wirtschaftsmächtigen, die BPs, Exxons, Shells, EONs, RWEs und Vattenfalls dieser Welt, trägt eine Hauptschuld am Versagen von Kopenhagen. Anstatt mutig für eine zukunftsfähige Wirtschaftspolitik von morgen zu lobbyieren und eine fortschrittliche Klimapolitik als Chance für Innovation zu sehen, haben sie aus kurzsichtigen Gründen – Kosten sparen, mit alter Technik weiter Geld verdienen, Angst vor Wettbewerbern – mit ihrem beträchtlichem Einfluss ein Klimaabkommen mit verbindlichen Maßnahmen verhindert. Der Sekt, den sie heute abend auf ihren Erfolg trinken werden, schmeckt bitter. Schon heute für viele Menschen in armen Ländern, aber morgen für die gesamte Menschheit.

Jetzt ist es an den Zivilgesellschaften, so massiv und so dauerhaft Druck auf Politik und Wirtschaft auszuüben, dass in den kommenden Jahren doch noch die Wende hin zu einer zunächst CO2-armen und dann CO2-freien Wirtschaftsweise gelingt.

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19. Dezember 2009 by Kai Bergmann (Büro Ott)

Es ist nicht das Ende, aber der Anfang davon

… wenn die Entscheider nicht endlich den Klimawandel als eine Gefahr betrachten, denn als ein Risiko. Genau diese Differenzierung liegt dem Verhandlungsprozess zugrunde. Es gibt Betroffene, die den Klimawandel als eine existenzielle Bedrohung wahrnehmen und es gibt Entscheider, die den gleichen Sachverhalt als Risiko wahrnehmen. Solange beide Beobachter dieser differenzierten Wahrnehmung unterliegen, wird es zwischen ihnen kein “echtes” Agreement geben.

Dr. Hermann E. Ott drückt es im Begriff der Eliten aus. Erst, wenn die Eliten sich selbst bedroht fühlen, dann ändert sich ihr Verhalten. Diese Bedrohungslage lässt sich nicht herbeireden ohne unter das Etikett “Alarmismus” zu fallen. Nur die Zeit wird aus dem Risiko eine Gefahr machen können, aber diese Zeit hat die Menschheit nicht mehr.

Damit bleibt den Betroffenen nur, unter größtmöglicher Beteiligung, die Entscheider immer und immer wieder zu irritieren. Wenn überhaupt, kann annähernd die Antiatomkraftbewegung ein Vorbild sein. Auch hier agieren Betroffene gegen die Entscheider. Nur das die Atomkraft eine Großtechnologie ist, die sich in “kurzer”  Zeit abschalten lässt. Der Klimawandel hat in diesem Sinne kein Ausschalter. Gemessen an dem langen Kampf der Antiatomkraftbewegung, können wir erahnen, was noch vor uns liegt. In beiden Szenarien gibt es tipping points, wenn Atomkraftwerke kollabieren oder wenn der Klimawandel zum Selbstläufer wird. Nichtsdestotrotz sollten solche Ereignisse nicht davon abhalten sich zu bewegen. In diesem Sinne: la lotta continua!

Hiermit schließt dieser Blog, aber wie gesagt: Jedem Ende, wohnt ein Anfang inne. Wir bedanken uns für alle Beiträge in diesem Blog!

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19. Dezember 2009 by Kai Bergmann (Büro Ott)

Plenum nimmt Kopenhagen Accord “nur zur Kenntnis”

Trauriges Ende einer traurigen Konferenz. Wer von einem Nichtscheitern spricht, ist ein Träumer!

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19. Dezember 2009 by Kai Bergmann (Büro Ott)

Die Hoffnung stirbt zuletzt, aber irgendwann tut sie es

Anstatt des Kopenhagen Accord hätten die Staatschefs auf ihre Flüge verzichten sollen. Das wäre aktiver Klimaschutz gewesen!

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19. Dezember 2009 by Bärbel Höhn

Was hätte besser laufen können

Das Ergebnis ist viel schlimmer als die schlimmsten Erwartungen. Ein Berg hat gekreist und eine Maus wurde geboren.
Schon in den letzten Tagen haben interne Verhandlungsführer sich äußerst pessimistisch geäußert und sich an die Verhandlungen in Den Haag erinnert gefühlt, die damals auch scheiterten.
Was hätte besser laufen können? In Kyoto war es Europa und die fortschrittlichen Schwellenländer, die den Prozeß auf den Weg gebracht haben. Diesmal hat es Europa versäumt, die Reduktion von 30% CO2 bis 2020 auf den Tisch zu legen. Am Donnerstag wäre ein guter Zeitpunkt gewesen. Die USA legten bei den langfristigen Finanzzusagen zu, die Japaner erhöhten ihre Finanzzusagen. Ein lange erwarteter Vorstoß der EU wäre angebracht gewesen. Das blieb sogar bis zum Schluß aus. Dabei soll nach internen Infos Polen und leider auch Deutschland mit Kanzlerin Merkel gemauert haben. Das Ergebnis ist fatal. Wenn es nicht einmal 110 Staatschefs schaffen, wer dann? Das ist ein Rückschlag für den Klimaschutz, den wir erst mittelfristig richtig begreifen werden. Keine Verbindlichkeit, keine konkreten Reduktionszusagen, bei Finanzzusagen Luftbuchungen. Europa war in der vergangenheit der Motor. Dieser Motor ist ausgefallen. So hat Europa am Ende China und den USA den Verhandlungsprozeß überlassen. Das war nicht hilfreich.
Die NGOs haben zu Recht das Ergebnis scharf kritisiert.

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19. Dezember 2009 by Michael Weltzin (Klimareferent)

Noch immer Plenardebatte in Kopenhagen

Viele Entwicklungsländer fühlen sich übergangen. Die hitzige Debatte im Plenum gilt inzwischen als beispiellos in der Geschichte der Vereinten Nationen.  Um eine Abstimmungsniederlage zu vermeiden, wird die Konferenz möglichweise gar nicht formal mit einem Beschluss beendet,  sondern zunächst bis ins nächste Jahr unterbrochen.

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19. Dezember 2009 by Michael Weltzin (Klimareferent)

Nach Protesten droht nun ein Ende der Konferenz von Kopenhagen ganz ohne Abschlussdokument

Der von einer Gruppe von 30 Staats- und Regierungschefs (darunter neben den USA und China auch Deutschland) ausgehandelte Minimalkonsens droht nun im Plenum zu scheiten. Mehrere Staaten, darunter Tuvalu, Bolivien, Venezuela Kuba und Nicaragua haben den Kompromiss scharf kritisiert und Ablehnung signalisiert. Damit wäre die übliche einstimmige Annahme des Konsenses nicht mehr möglich.

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19. Dezember 2009 by Michael Weltzin (Klimareferent)

Scharfe Proteste in der nächtlichen Plenumssitzung

Viele Redner haben den Kompromiss in der nächtlichen Plenumssitzung scharf kritisiert und ihrem Unmut Luft gemacht. Kritik gab es auch am Verhalten des Gastgebers Dänemark.  Die Sitzung wurde zwischenzeitlich länger unterbrochen.

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