Archiv der Kategorie ‘Hermann Ott’
20. Dezember 2009 by Hermann OttDank an alle und friedliche Festtage!
Am Sonntag danach von mir ein großer Dank an alle, die sich am Blog zu Kopenhagen beteiligt haben! Damit meine ich vor allem Michael, Dino und Kai, die auch “24 Stunden wach” waren, aber auch alle BloggerInnen. Es war ein Experiment und wie ich finde ein erfolgreiches.
Inhaltlich hat Arnd die Sache am Ende auf den Punkt gebracht und den Pfad für die nächsten Jahre markiert. Wir werden über unsere politischen Strategien sprechen müssen, auf allen Ebenen. Und wir dürfen vor allem nicht locker lassen. Das schlimmste wäre, jetzt in Untätigkeit zu versinken. Dazu gehört große Motivation, denn die Chance unter zwei Grad zu bleiben wird immer kleiner…
Ich wünsche allen friedliche Festtage, trotz der Tatsache dass wir uns im Augenblick eher auf vier Grad denn auf zwei Grad zubewegen – zum Kämpfen gehört auch die Erholung und die Besinnung darauf warum wir das eigentlich alles machen!
Hermann Ott
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Das Ergebnis von Kopenhagen ist ein Desaster
Vor ein paar Minuten ist das Ergebnis der Klimaverhandlungen in Kopenhagen bekannt geworden. Es ist noch viel schlechter als in den schlimmsten Befürchtungen vorgestellt. Es gibt eine vage Anerkennung des 2-Grad-Ziels aber keine Festlegung auf eine Gesamtmenge an zulässigen Emissionen. Es gibt kein langfristiges Ziel wie zum Beispiel die Emissionen bis 2050 auf 50% zu reduzieren.
Und es gibt erst recht keine Ziele für den Zeitraum bis 2020, wie sie um mindestens 30% für alle Industriestaaten erforderlich gewesen wären. Stattdessen gibt es im Anhang eine Liste und die Vertragsstaaten werden aufgefordert sich bis zum 1. Februar in diese Liste einzutragen um ihre eigenen Minderungspläne kundzutun. Das ist ein Rückfall in schlimmste Verhältnisse vor dem Kyoto-Protokoll, weil alle Staaten lediglich die ihnen genehmen Ziele eintragen können…
Schließlich ist das ganze natürlich nur eine politische Erklärung ohne jede Bindungswirkung. Und es wird nicht einmal ein Zeitpunkt genannt bis zu dem ein Folgevertrag für das Kyoto-Protokoll abgeschlossen werden muss. Stattdessen sind dem sog. “Copenhagen Accord” zwei Entwürfe für Entscheidungen der Konferenzen der Vertragsparteien angehängt in denen dazu aufgefordert wird im nächsten Jahr eine rechtlich verbindliche Vereinbarung geschlossen wird.
So, damit soll es erstmal genug sein! Es ist klar geworden dass ich selbst mit meiner pessimistischen Einstellung noch zu optimistisch war. Jetzt muss möglichst schnell überlegt werden, wie die Verhandlungen besser strukturiert werden können um einigermaßen effektiv zu arbeiten.
Und es muss der politische Druck erhöht werden um im nächsten Jahr einen angemessenen Vertrag zu bekommen. Dafür muss gekämpft werden – la lotta continua!
Hermann Ott aus Kopenhagen
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Merkel ist keine “Klimakanzlerin”!
Die selbst ernannte “Klimakanzlerin” Merkel will den Klimagipfel retten. Doch Angela Merkel spielt ein abgekartetes Spiel: Jetzt mit Krokodilstränen die stockenden Verhandlungen zu bedauern und am Ende so wie alle anderen Regierungschefs mit großer Geste den Gipfel zu retten: Das ist große Schauspielkunst, aber keine große Politik! Nicht einmal in ihrer Rede vor der Klimakonferenz hat die Kanzlerin die EU zu stärkeren Leistungen beim Klimaschutz getrieben. Damit hat sie erneut eine Chance vertan.
Hermann Ott aus Kopenhagen
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Rebecca Harms im Gespräch mit Hermann Ott
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Skandal: Viele VertreterInnen der Zivilgesellschaft ausgeschlossen
Zehntausende Vertreter der Zivilgesellschaft, von Gewerkschaften, Indianerorganisationen, Industrie- und Umweltverbänden sind von den Klimaverhandlungen in Kopenhagen ausgeschlossen worden.
Diese Maßnahmen nähren den Verdacht, dass hier in Kopenhagen ungestört ein Deal unter Ausschluss der Öffentlichkeit verhandelt werden soll. Die Diplomaten, Minister und Regierungschefs sollen vor einer allzu großen Kritik der Zivilgesellschaft bewahrt werden. Auf diese Weise soll erreicht werden, dass ein schlechtes Ergebnis am Freitag dennoch hochgejubelt werden kann.
Jetzt muss sich die Bundesregierung sehr deutlich gegenüber der dänischen Regierung und den Vereinten Nationen zu Wort melden. Dies gilt vor allem für Bundeskanzlerin Merkel – sie muss mit allem Nachdruck darauf drängen, dass die ausgeschlossenen Organisationen wieder zugelassen werden, und dass eine größere Präsenz von Nichtregierungsorganisationen sichergestellt wird. Ansonsten gilt: Was in der Form schlecht erarbeitet wird kann auch inhaltlich nicht gut werden.
Viele kleinere Organisationen konnten sich eine solche Reise kaum leisten und müssen jetzt erleben, dass sie draußen vor dem Konferenzzentrum stundenlang in der Kälte stehen, um dann doch abgewiesen zu werden. Auch viele Vertreter grüner Parteien aus der ganzen Welt werden am Einlass gehindert.
Heute sind sogar zwei Organisationen komplett am Betreten der Konferenzhallen gehindert worden, nur weil sie vorher für ein gutes Klimaabkommen demonstriert hatten. Das ist inakzeptabel und eine Schande.
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